Module der Naturparkschule Varnhalt/Neuweier

Einführungsmodul: Wir sind Naturparkschule – wir haben den Durchblick

Im Rahmen dieses Einführungsmoduls erhalten die Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse zeitnah nach ihrer Einschulung einen ersten Einblick in das Schulentwicklungsprogramm Naturpark-Schule im Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord.

Diese einführende Lerneinheit wird von der Projektleitung durchgeführt. Sie dient einem ersten Kennenlernen und hat zum Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler „Ihren“ Naturpark als schützenswerten Landschafts- und Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen wahrnehmen. Sie lernen, dass die Dörfer, in denen sie leben, Teil des Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord sind.

Zum Einstieg in das Thema findet eine Expertenrunde statt, die je nach  Wetterlage im Klassenzimmer oder in der Natur stattfindet.  Die Kinder aus der Schule Neuweier nutzen als Aussichtspunkt die Freilichtbühne (Grünanlage Hohenacker), diejenigen aus Varnhalt den Weinberg am Röderswaldweg.

Um die Naturpark Idee zu verstehen, helfen folgende Fragen, die im Klassenverband beantwortet werden:

  • Welche Landschaften kennst Du?
  • Was bedeutet Heimat für Dich?
  • Was kann man in „Deinem“ Naturpark entdecken und unternehmen?
  • Welche Lebensmittel kennst Du, die aus dem Schwarzwald kommen?
  • Welche typischen Berufe aus der Region sind Dir bekannt?
  • Was bedeutet Naturschutz für Dich?
  • Ist Dir das Naturparklogo schon einmal begegnet? Was glaubst Du, bedeutet es?
  • Warum ist Deine Schule Naturpark-Schule geworden?

Im Anschluss an die Expertenrunde werden die Naturpark-Detektive Berthold Buntspecht, Wally Wildschwein und Fabio Fuchs sowie die Naturparkdetektiv-Seite des Naturparks vorgestellt. Aus einer Bastelvorlage des Naturparks können die Kinder mit den Tieren kleine Tischaufsteller herstellen, diese anmalen, und sie erhalten somit den Erstkontakt zu den Naturpark-Detektiven. Gemeinsam mit ihnen und der Naturparkseite haben die Kinder die Möglichkeit, in ihrer Freizeit mit der Familie oder Freunden die Natur zu entdecken und dabei „spannende und knifflige Aufgaben“ zu lösen.

Nach der Einführung geht es mit selbstgebastelten Fernrohren aus Papprollen mit Naturpark-Aufklebern, Klemmbrett und Buntstiften zu einem Aussichtspunkt in den schulnah gelegenen Weinberg.  Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es, als Naturmalerinnen und -maler, die Umgebung, ihre Heimat, wie sie sie ganz persönlich wahrnehmen, zu zeichnen. Dabei soll das Fernrohr ihnen helfen, ihren Blick zu schärfen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Zum Abschluss stellen die Schülerinnen und Schüler in einer Bilder-Galerie ihre persönlichen Kunstwerke vor, die jeweils mit begeistertem Applaus honoriert werden.

Modul 1: Lebensraum Wald – Unsere einheimischen Waldpflanzen und -tiere

Mit diesem Einstiegsmodul lernen die Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse ihren ortsnahen Wald kennen. Der Wald soll dabei als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erkundet, erforscht und möglichst intensiv wahrgenommen werden. Der Lernort Wald bietet dabei die Möglichkeit, den Sachunterricht durch Anregung der Sinne vor Ort (Fühlen, Tasten, Lauschen und Sehen) zu vertiefen.

Diese erste Exkursion findet im Frühjahr statt und führt die Neuweirer Schülerinnen und Schüler zu einem Standort unterhalb des Waldsportpfads in Neuweier. Für die Varnhalter Kinder ist der Wald rund ums Nellele der Aufenthaltsort. Beide Waldstandorte sind von den Schülerinnen und Schülern zu Fuß erreichbar, also ideal geeignet, um naturnahen Unterricht umzusetzen.

In dieser ersten Veranstaltung lernen die Kinder die wichtigsten einheimischen Laubbäume anhand von Blättern und Früchten kennen. Als Forscherauftrag sollen die „Walddetektive“ die verschiedenen Blätter, Früchte bzw. Zapfen sowie Rinde von Waldbäumen sammeln. Danach erfolgt das Sortieren in Kleingruppen nach von den Schülerinnen und Schülern selbst bestimmten Kriterien. Dadurch lernen sie die unterschiedlichen Formen, Strukturen und Farben der Baumbestandteile wahrzunehmen und zu unterscheiden. Diese Aktion hilft ihnen auch mithilfe eines einfachen Bestimmungsschlüssels, die verschiedenen Baumarten unterscheiden zu lernen und einen Baumsteckbrief zu erstellen. Wie sehr sich die verschiedenen Baumarten auch in ihrer „äußeren Haut“ - der Borke - unterscheiden, erfahren die Schülerinnen und Schüler z. B. durch selbst hergestellte Rindenrubbelbilder (Frottagen). Dabei legen sie ein Blatt Papier auf die Borke des ausgewählten Baumes und rubbeln mit Wachsmalkreide die Borkenstruktur auf das Blatt.

Aktivitäten wie Blätterdomino und Blattmemory runden die Aktion ab, Such- und Wahrnehmungsspiele wie z.B. „Wer findet den Baum?“ sowie andere Mitmachaktionen verfestigen spielerisch das Gelernte.

Modul 2: Artenvielfalt und Naturschutz – Vielfalt erkennen, erleben, bewahren

Dieses Modul baut auf Modul 1 „Lebensraum Wald“ auf. Ziel dieses Projektes ist es, den Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse die Artenvielfalt unseres heimischen Waldes näher zu bringen, den Wald als Schatzkammer der Natur mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt wahrzunehmen.

Für die Neuweirer Schülerinnen und Schüler führt die Waldexkursion an den Grillplatz unterhalb des Waldsportpfads in Neuweier. Für die Varnhalter Kinder ist der Wald rund ums Nellele der Aufenthaltsort. Beide Waldstandorte sind jeweils von den Schülerinnen und Schülern zu Fuß erreichbar, also ideal geeignet, um naturnahen Unterricht umzusetzen.

Eine intensive Wahrnehmung der Artenvielfalt sollte eine nachhaltige Wertschätzung der Natur zur Folge haben. Bereits auf dem Weg durch die Reben als auch am Standort im Wald wird mit Hilfe einfacher Aktivitäten in unterschiedlichen Konstellationen diese Wahrnehmung geschult:

Sammeln von Blättern und Früchten, Sortieraufträge, Detektivaufträge, Blattmemory, Kreativaufgaben mit Naturmaterialien, Tierrätselpfad, Baumrinde Tasten, Vernetzungsspiele. Ziel ist es bei all diesen Aktivitäten, möglichst viele Sinne anzusprechen. Durch spielerisches Lernen, angeleitete intensive Beobachtung und Kreativität wird dieses Projekt zu einem spannenden und erkenntnisreichen Erlebnis.

Wir sind verblüfft, welche Unterschiede wir zwischen Weinanbaugebiet und Wald herausarbeiten können, wie viele verschiedene Baumarten es rund um unseren Waldstandort gibt, welche Vielfalt an Farben und Formen ihre Blätter, hervorbringen. Welche Tiere sind Bewohner unseres heimischen Waldes und welche Stockwerke bewohnen sie? Und wer frisst am Ende wen? Die Erkenntnis, dass wir alle voneinander abhängen - ob Mensch, Tier oder Pflanze - zeigt uns auf, wie bedeutsam Artenschutz, also Naturschutz für uns alle ist, um diese Vielfalt zu bewahren.

Modul 3: Mein Jahr in den Reben I – Anbau und Pflege „Der lange Weg der Traube bis in die Flasche“

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen erfahren in diesem Modul den Weinbau als traditionelle Nutzung der Region. Indem sie das Rebstück unter Anleitung eines lokalen Winzers selbst bewirtschaften, werden ihnen die saisonalen Tätigkeiten des Winzers vor Ort von der Pflanzung bis zur Ernte bzw. Vermarktung nahegebracht. Somit begleitet dieses Modul die Schülerinnen und Schüler über das ganze Schuljahr hinweg, sie lernen den Weinbau durch ihre aktive Mitarbeit als wichtigen Wirtschaftsfaktor kennen und „ihr Rebland“ als eine ihre Heimat prägende Kulturlandschaft und eigenes Ökosystem verstehen.

Die Grundschüler aus Varnhalt pflegen eine Fläche aus mehreren Rebstockreihen im Weinberg des lokalen Winzers am Sonnenberg in Varnhalt. Die Grundschüler aus Neuweier bewirtschaften das von einem ortsansässigen Ehepaar übergebene schuleigene Rebstück am Heiligenstein in Neuweier. Beide Rebstücke sind von der Schule aus fußläufig zu erreichen, so dass der Praxisunterricht schnell und unkompliziert erfolgen kann.

Unter Anleitung des Winzers übernehmen die Schülerinnen und Schüler Tätigkeiten in den Reben wie z. B. Rückschnitt, Schneiden und Biegen der Ruten bis hin zu Laubarbeiten und Neupflanzung von Rebstöcken. Die Pflegearbeiten beginnen im Februar mit dem Rückschnitt der Ruten und enden im Juli mit dem Entblättern in der Traubenzone. In der Expertenrunde erfahren sie Wissenswertes über Boden und Bodenlebewesen sowie die Nährstoffversorgung der Rebstöcke durch den Boden. Darüber hinaus säen die Schülerinnen und Schüler eine Blumenwiese ein, deren Bewohner sie im Jahresverlauf beobachten und kennenlernen können. Mit Lupenbecher ausgestattet sind die Kinder unterwegs in die Welt der einheimischen Wiesenbewohner. Sicherlich sind da auch „natürliche Schädlingsbekämpfer“ wie Marienkäfer und Ohrwurm & Co. dabei.

Modul 4: Mein Jahr in den Reben II – Weinlese und Traubensaftproduktion „Der lange Weg der Traube bis in die Flasche“

Bei diesem Projekt ernten die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse im wahrsten Sinne des Wortes „ihre Früchte aus ihrer Arbeit“ des vorangegangenen Frühjahrs und Sommers (als 3. Klässler).

Ende September bzw. Anfang Oktober jeden Jahres findet das „Herbschten“ in beiden Rebstücken statt. Ausgestattet mit Gummistiefeln, Handschuhen und Rebscheren ernten die Schülerinnen und Schüler die saftigen Trauben. Prall gefüllte Eimer werden in Bottiche geschüttet, die Traubenmenge gewogen, der Öchslegrad gemessen. Mit großem Gefährt wird die Traubenernte in 3 großen Bütten in die Affentaler Winzergenossenschaft zur Traubensaftproduktion transportiert.

In der Winzergenossenschaft sehen die Schülerinnen und Schüler bei einer Kellerführung durch die großen Produktionshallen die einzelnen Verarbeitungsprozesse (Umfüllen, Sortierung, Pressen, Wiegen, Lagerung etc.). Ihnen werden hier „life“ die einzelnen Produktionsschritte „von der Rohmessung bis zur Abfüllung in die Flasche bzw. zum Verkauf“ gezeigt.

Zum Abschluss wird der leckere Traubensaft verköstigt.

Modul 5: Wald und Holz: „Vom Baum zur Palette“ - Waldexkursion mit dem Förster

In der ersten Veranstaltung des Moduls Wald und Holz: „Vom Baum zur Palette“ gehen die Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse mit dem Förster oder der Försterin in den Wald. Im Rahmen dieser Exkursion lernen sie den Wald in einer seiner anderen Funktionen, und zwar als Rohstoff-/Holzlieferant kennen, erfahren wie nachhaltige Forstwirtschaft im Stadtwald praktisch umgesetzt wird und welche unterschiedlichen Aufgaben ein Förster bzw. eine Försterin im Wald hat.

 

Ein schöner und ereignisreicher Waldvormittag mit dem Förster

Es ist ein kühler, aber nicht eiskalter, Wintermorgen. Alle Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse der Grundschule Varnhalt /Neuweier sind warm eingepackt - im Zwiebellook damit sie beim Rennen und Toben immer noch etwas ausziehen können.

Es ist ein besonderer Morgen: „Heute geht`s mit dem Förster in den Wald.“

Die meisten Kinder sind schon ganz aufgeregt.  Sie wissen, dass eine Exkursion mit den Experten und Expertinnen der Naturparkschule immer spannend ist. Aber der Treffpunkt mit dem Förster ist nicht an der Schule, sondern in den Reben am Nellele. Da gilt es erst einmal einen Aufstieg vorbei an Häusern und Gärten in die Reben zu überwinden.

Doch ein „Wann sind wir denn endlich da?“ hört man nicht – die Kinder kennen sich in Varnhalt schließlich gut aus und wissen, wo der Grillplatz am Nellele liegt.

Am Ziel angekommen, erkennen die Kinder den Förster zunächst nicht, da er keine typische Försteruniform trägt, sondern moderne Outdoor-Kleidung. Ob das die Kinder irritiert? …….. Das wird zumindest nicht laut gezeigt.

Nach der Begrüßung werden die Waldregeln besprochen, von denen die Kinder die meisten kennen: „Nichts in den Mund nehmen“, „Nicht zu laut sein, um die Tiere nicht zu erschrecken“, „Nicht weglaufen“. Einige Regeln ergänzen die Erwachsenen noch, wie die Stopp-Regel und das Verbot, mit Stöcken zu werfen oder zu kämpfen.

Dann geht es los: Der steile, enge Waldweg führt hinauf zum Aussichtspunkt. Vorsicht ist geboten, aber die Kinder sind geübte Wanderer und Kletterer. Oben angekommen, werden sie mit einem tollen Ausblick auf die Reben belohnt. Und schon gibt der Förster den Kindern die ersten Aufgaben: Sie sollen ein Naturmaterial suchen, das ihnen besonders gefällt, und erklären, warum sie es gesammelt haben. Die meisten Kinder haben Glück und präsentieren ihre Fundstücke: ein schöner Zapfen (Douglasienzapfen) mit Schlangenzungen, vielleicht auch Mäuseschwänzen, die Hüllen der Esskastanie, die nach Igel aussehen, schöne Stöckchen, Rinde mit Borkenkäferspuren und weiches Moos. Besonders beeindruckt sind alle von der Eichel mit Schwänzchen – aus diesem kleinen Keimling kann eine riesige Eiche werden. Das ist für die Kinder ein echtes Wunder. Auch der Förster ist fasziniert, denn er erzählt, dass er sich immer wieder darüber freut, wie aus einem kleinen Keimling ein großer Baum entstehen kann. Vor allem dieses Naturwunder hat ihn auch dazu bewegt, Förster zu werden.

Nach einer kurzen Trinkpause geht es wieder nach unten, aber zuerst steht noch eine kleine Feldforschung an. Die Kinder wandern durch einen versteckten Waldpfad zu einem Forschungsgebiet, in dem der Förster mehrere kleine Areale abgesteckt hat. Die Aufgabe der Kinder ist, als Naturforscher herauszufinden, wie viele verschiedene ein- bis zweijährige Jung-Bäume in diesen 2-Quadratmeter-Flächen wachsen. In Vierergruppen eingeteilt markieren sie diese in ihrem zugewiesenen Arial mit Klammern. Dabei ist es gar nicht so einfach, die kleinen Bäumchen von Sträuchern und krautigen Pflanzen zu unterscheiden.

In der Expertenrunde mit dem Förster wird gemeinsam ausgewertet, dass die Kinder bei ihrer Zählung ziemlich nah an den tatsächlichen Ergebnissen liegen. Allerdings ist die Artenvielfalt der Bäumchen in dem Untersuchungsareal höher als sie gedacht haben. Der Förster kann die kaum 1- bis 2-jährigen Bäume sogar anhand ihrer Knospenformen bestimmen – eine beeindruckende Fähigkeit, die alle sehr fasziniert.

Nach der Arbeit als Feldforscher – und -Forscherinnen geht’s zurück zu Grillhütte am Nellele zur Vesperpause.

Hungrig und durstig nach den spannenden Erlebnissen wird das eingepackte Vesper begeistert verzehrt. Dabei zeigen die Kinder stolz, was sie leckeres Gesundes dabei haben. Die „Desserts“ sind natürlich wie immer der Hit und werden gerne untereinander geteilt und getauscht. Da ist für jeden etwas dabei!

Nach der Pause folgt das ersehnte Freispiel: Die Kinder rennen, spielen Fangen, rutschen, toben, schaukeln und klettern – einfach eine schöne Zeit zum Austoben.

Zurück an die Arbeit: Nach dem Spiel geht es wieder in den Wald. In der Nähe liegt eine kürzlich gefällte Tanne. Hier stehen Werkzeug, Sicherheitskleidung und Gerätschaften bereit, die die Förster und Waldarbeiter für ihre Aufgaben im Wald verwenden, zum Beispiel bei der Baumfällung.

Der Förster stellt die Werkzeuge und die Arbeitskleidung vor:

  • Die Kluppe, mit der man den Umfang eines Baumes misst
  • Das Maßband, mit dem man die Länge des Baumes bestimmt
  • Die Kettensäge zur Baumfällung
  • Die Sicherheitskleidung mit Helm und Sicherheitsschuhen, die besonders die Füße schützen, weil sie dicke Kappen an Ferse und Zehen haben

Anschließend bestimmen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Förster das Alter des Baumes.  Sie ermitteln dabei die Jahresringe. „Wie alt war er nochmal?“ – Das können die Kinder jetzt selbst herausfinden!
Außerdem messen sie die Länge des gefällten Baumes mit einem riesigen Maßband. Dabei darf ein Kind das Maßband am unteren Ende des Baumes einhängen, während eine Schülerin das andere Ende zieht.
Auch der Durchmesser des Baumstamms wird mit der Kluppe bestimmt.
Der Förster erklärt, dass man aus Länge und Durchmesser des Baumes den Kubikmeter Holz berechnen kann. Damit lässt sich auch der Preis des Baumstamms ermitteln.

In der Expertenrunde mit dem Förster überlegen die Kinder, was alles aus dem Baum hergestellt werden könnte:
Neben Möbeln, Papier und Holzstiften können auch Holzpaletten produziert werden. Wie diese hergestellt werden, erfahren die Kinder in ein paar Wochen bei einem Besuch in der ortsansässigen Palettenfabrik Ludwig GmbH.

„Was macht der Förster denn da?“
Die Kinder beobachten, wie er einen Sägebock aufstellt und einen langen Birkenstamm darauf legt, etwa 6 cm dick.
Der Förster erklärt: „Jetzt dürfen zwei Kinder zusammen sägen.“ Manche rufen begeistert „Juhuu!“, weil sie schon zuhause gelernt haben, wie man sägt und große Lust darauf haben. Andere sind noch etwas vorsichtiger und verhaltener, weil sie noch nie eine Säge in der Hand hatten.
Ausgerüstet mit einer Zweimann-Säge sägen immer zwei Kinder gemeinsam für jedes Kind eine Scheibe aus dem Birkenstamm. Am Ende nehmen alle Kinder eine selbst gesägte Birken-„Scheibe“ mit nach Hause – eine schöne Erinnerung an einen tollen Tag. Vielleicht findet sie einen besonderen Platz im Kinderzimmer oder wird als Namensschild für zukünftige Veranstaltungen unserer Naturparkschule verwendet.

Beim Abschiednehmen bedanken sich alle Kinder sehr herzlich beim Förster für den spannenden und interessanten Waldvormittag. Müde, aber gut gelaunt geht es zurück zur Schule! Zuhause werden die Kinder viel zu erzählen haben von den aufregenden Erlebnissen im Wald.

Modul 5: Wald und Holz: „Vom Baum zur Palette“ – Besichtigung der Firma des Palettenherstellers Ludwig Paletten GmbH in Steinbach

Hierbei handelt es sich um die zweite Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 2 im Rahmen des Moduls „Wald und Holz: Vom Baum zur Palette“. Die Schülerinnen und Schüler haben nun Gelegenheit, bei einer Werksführung bei laufendem Betrieb der Firma Paletten Ludwig in Steinbach den Weg des Holzes als ein natürlicher, umweltschonender Rohstoff (hier vorwiegend aus nachhaltiger Holzwirtschaft) zum Endprodukt einer Palette zu verfolgen.

Nach einer kurzen Begrüßung und bei der Einführung durch die Geschäftsführung und Betriebsleitung, erfahren die Schülerinnen und Schüler zunächst, wie der An- und Abtransport vonstattengeht. Sie lernen, dass eine sorgfältige Kennzeichnung der Ware für die Zollabfertigung notwendig ist, bevor die eigentliche Führung bei laufendem Betrieb startet.

Nach der Sicherheitseinweisung und ausgestattet mit Sicherheitswesten und -helmen sowie Ohrstöpseln kann die Betriebsführung beginnen.

In der ersten großen Werkshalle, in die die Bretterstapel zur Verarbeitung transportiert werden, finden die einzelnen z. T. computergestützten Fertigungsschritte bis zur Fertigstellung der unterschiedlichen Palettentypen, auch Sonderanfertigungen, und Abdeckungen statt.  Auf zwei Ebenen der großen Werkshalle wird den Schülerinnen und Schülern „life“ demonstriert, welche Funktion die einzelnen Maschinen (Schablonenmaschine, Zuschnittmaschine, Stapelmaschine, etc.) haben. Sie können die Facharbeiter bei ihrer Arbeit beobachten und lernen so die unterschiedlichen Aufgabenbereiche kennen.

Auf dem Außengelände befindet sich die leistungsfähige Heizungsanlage, die in ein modernes riesiges Spänesilo integriert ist. Diese moderne und zugleich umweltschonende Heizungsanlage liefert die Wärme für die thermische Behandlung der Paletten gegen Holzschädlinge in der Trocknungsanlage. Hierbei werden den Schülerinnen und Schülern umweltschonende Prozesse und Verfahren kindgerecht vorgestellt.

Abschließend erläutern die Schülerinnen und Schüler gemeinsam, welche Möbel aus Paletten hergestellt werden können bzw. welche Palettentypen es gibt. Weitere Fragen dürfen gestellt werden, bevor diese spannende Betriebsführung zu Ende geht.

Modul 6: Streuobstwiese: „Nützlinge und Nutzen“ - Besuch beim lokalen Imker

Dieses Modul Streuobstwiese: „Nützlinge und Nutzen“ – findet in Klassenstufe 3 statt. Es sieht neben einer Exkursion auf eine Streuobstwiese einen Besuch bei einem lokalen Imker vor. Dieses Modul findet in vielerlei Hinsicht Anknüpfung an die vorhergegangenen Module, insbesondere an das Modul 2 „Artenvielfalt und Naturschutz“.

Streuobstwiesen sind ebenso wie der heimische (Stadt)wald und die Reben prägend für die Land- und Kulturlandschaft unserer Heimatregion. Darüber hinaus bieten Obstbäume zusammen mit einer Fülle verschiedener Wiesenblumen zahlreichen Insektenarten wie Wildbienen und Schmetterlingen ein breit gefächertes Nahrungsangebot von Pollen und Nektar.

In einem ersten Teil dieses Moduls ist vorgesehen, dass die  Schülerinnen und Schüler den Lebensraum Streuobstwiese in Begleitung einer/s Streuobstwiesenexpertin/en intensiv erkunden.  (Insektenbeobachtung mit Handlupen). Am Beispiel der Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlinge und anderer bestäubender Insekten sollen sie deren Funktion als Nützlinge und  ihre Bedeutung für das Ökosystem verstehen.

In einem zweiten Teil dieses Moduls lernen sie bei einem Besuch einer Hobbyimkerei zum einen die Aufgaben eines Hobbyimkers bzw. Hornissenbeauftragten, zum anderen das „Berufsleben“ der Honigbiene kennen.

Dieses Modul wurde erstmals im Frühsommer 2024 mit den dritten Klassen durchgeführt. Es fand in diesem Jahr der Besuch bei Herrn Ebner, Hobbyimker und Hornissenbeauftragter der Stadt Baden-Baden und des Reblands in Steinbach statt.

In einer Expertenrunde erfahren die Schülerinnen und Schülern Wissenswertes über die Stechimmengruppe, zu denen u.a. Wespen, Wild- und Honigbienen und Hornissen gehören. Herr Ebner zeigt Ihnen u.a. welche an den Lebenszyklus einer Honigbiene angepassten Aufgaben er als Hobbyimker hat, will er einen zufriedenstellenden Honigertrag erzielen.

Die Schülerinnen und Schüler haben hier Gelegenheit, einen Bienenstock durch eine Glasscheibe in Augenschein zu nehmen und dabei das rege Treiben darin wie auch An- und Abflugverhalten der Bienen zu beobachten. Auch ein bewohntes Feldwespennest in Hofnähe kann aus sicherer Distanz beobachtet werden. Während der Verköstigung von selbst geerntetem Honig, erklärt er die Funktion der Schutzkleidung sowie unterschiedlicher Imkerwerkzeuge wie Kratzer, Sieb oder Schleuder. Dabei geht er auf das Herstellungsverfahren von Honig ein. Bei einem Ratequizz und Frage-Antwort-Spielen sind die Kinder aktiv beteiligt und nehmen sicherlich viele spannende Eindrücke und Erkenntnisse aus diesem Vormittag mit.

Modul 8: Wasser als Kulturgut und Ressource von den Römern bis in die Gegenwart

Innerhalb dieses Moduls machen sich die Viertklässler*innen mit einer Expertin für Stadtgeschichte auf eine spannende Erkundungstour durch das historische Bäderviertel Baden-Badens. Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, das Wasser nicht nur als Naturressource, sondern als prägendes Kulturgut der Region zu verstehen. Dabei entdecken die Kinder, wie die heißen Quellen die Geschichte und Entwicklung Baden-Badens über Jahrhunderte von der Römerzeit über das Mittelalter bis in die Gegenwart hinweg beeinflusst haben.

Zu Beginn werden die Kinder von der Stadthistorikerin begrüßt. In einem spielerischen Warming-up werden sie auf das Thema eingestimmt. Anschließend startet die Stadtforschung auf dem historischen Marktplatz: In Kleingruppen erkunden die Schüler*innen mit allen Sinnen ihre Umgebung – sie lauschen den Geräuschen, analysieren Licht und Schatten, ertasten Oberflächen oder nehmen Gerüche wahr. Die Ergebnisse ihrer Beobachtungen und Wahrnehmungen präsentieren sie anschließend der gesamten Klasse.

Im Alten Dampfbad steht das Thermalwasser im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler werfen einen Blick auf die Ursprungsquelle im Untergeschoss und erfahren anhand von historischem Bildmaterial, wie die Römer diese Ressource nutzten. In Gruppenarbeit entwickeln sie mit Hilfe eines schematischen Modells die Entstehung des Thermalwassers – und lernen, dass es mehr als 10.000 Jahre dauert, bis Regenwasser zu heißem Quellwasser wird.

Zurück auf dem Marktplatz arbeiten die Kinder in einer Expertenrunde heraus, dass die heißen Quellen vor über 2000 Jahren zur römischen Besiedlung führten. Sie entdecken, dass sich unter dem heutigen Pflaster einst riesige Kaiserbäder befanden – deren Ausmaße heute noch durch dunkle Linien am Boden sichtbar sind. Diese „Badelandschaft“ laufen die Kinder bewusst ab und erhalten so ein Gefühl für die Dimensionen der antiken Anlage.

Ein weiteres Kapitel führt die Gruppe ins Mittelalter: Bei einem Rundgang durch das Bäderviertel – unter anderem mit Besuch des Baldreit-Innenhofs – erfahren die Kinder, dass die Badekultur auch im Mittelalter eine große Rolle spielte. Entgegen dem weitverbreiteten Bild vom „schmutzigen Mittelalter“ lernen sie, dass es Badeherbergen, Baderegeln und sogar eine Art Kurtaxe gab. Um 1500 verfügte Baden-Baden über rund 400 Badekästen und zählte jährlich etwa 3000 Kurgäste.

Nach einer ausgiebigen Vesperpause auf den historischen Treppen des Baldreits folgt der Besuch der römischen Badruinen, insbesondere der sogenannten Soldatenbäder. Die Schüler*innen lernen hier das Funktionsprinzip des Hypokaustensystems – einer römischen Fußbodenheizung – kennen. Ergänzend kommen ein informativer Kurzfilm und ein Hörspiel zum Einsatz, das auf kindgerechte Weise das Badeleben in der Antike vermittelt.

In einer abschließenden Fotorallye auf dem Römerplatz suchen die Kinder – ausgerüstet mit Bildkarten – Gebäude und Objekte in der realen Umgebung, etwa das Friedrichsbad, die Fettquelle oder antike Statuen. So wenden sie ihr neu gewonnenes Wissen spielerisch an und vertiefen ihre Beobachtungsgabe. In Anschluss berichtet die Historikerin den Schülerinnen und Schüler Interessantes und Spannendes über die gefundenen Objekte.

Den Abschluss bildet das Bewegungsspiel „Rabe und Falke“, bei dem zentrale Lerninhalte wiederholt und gefestigt werden. In einer gemeinsamen Schlussrunde reflektieren die Schüler*innen das Erlebte. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck geht’s nach Hause!